Macht = -Empathie

Der Neurologe Sukhvinder Obhi untersuchte in einer Studie, wie sich eine höhere soziale Stellung negativ auf unser Einfühlungsvermögen auswirken könnte. Seine Ergebnisse beweisen, dass schon der kleinste Machtgewinn zu einer Abnahme der Empathie führen kann.

Obhi und seine Kolleginnen erzeugten bei zufällig ausgewählten Probanden ein Gefühl der Macht oder der Machtlosigkeit. So verfasste die bemächtigte Gruppe einen Tagebucheintrag über eine Situation in der sie anderen Menschen helfen konnten. Die machtlose Gruppe beschrieb parallel dazu ein Ereignis, das sie dazu anhielt auf die Hilfe Anderer angewiesen zu sein. Daraufhin wurde beiden Gruppen ein simples Video gezeigt, dass eine Hand illustrierte, die einen Gummiball immer wieder zusammen quetschte. Die Wissenschaftler guckten sich während der Vorstellungen das sogenannte Spiegelneuronensystem im Gehirn der Partizipanten an.

Die schlafenden Spiegelneuronen der Mächtigen

Das Spiegelneuronensystem wird sowohl beim realen Zusammen Quetschen des Balls, als auch beim Beobachten des selbigen aktiviert. Genauso wird es aktiviert, wenn wir uns eine Tasse Tee zubereiten, auf einem Pferd reiten oder eben andere dabei beobachten wie sie dies tun. Kurz gesagt, hilft es unser Gegenüber zu verstehen und ihre Beweggründe nachzufühlen – Empathie!

Das Ergebnis dieses Experiments zeigte eindeutig, dass die machtlose Gruppe ein höchst aktives Spiegelneuronensystem hatten, während die bemächtigte Gruppe kaum Aktivität in dieser Region aufwies.

Was heißt das nun für unsere Gesellschaftsstruktur? Ist unsere Gesellschaft nicht von Machtgefügen geprägt? Wenn die Mächtigen neurologisch gehandicapt sind, kann doch gar keine soziale Ungleichheit bekämpft werden, wenn der Blick dafür fehlt?