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electronicwald

[Soziologie] und [Lebenswelten] im [Wirrwarr] entschlüsselt

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electronicwald

Bilder vom Immergut 2016

„Stadt im Sprint“ Acryl auf Leinwand von Kristina Ewald

A Summer’s Tale 2015: Bilder und Impressionen

Hervorgehobener Beitrag

CDU-Wahlkampfsong – warum wir ihn lieben

reaktionär, dumm, inhaltslos
CDU + Musik = unpolitische Verdummung

„Jeden Tag neu beginnt unsere Welt“ so beginnt das neue Wahlkampflied der CDU, das mit Banalitäten und Schwunglosigkeit nur so prunkt.

Es kann vermutet werden, dass die CDU mit diesem Lied den Fokus auf das Schöne, auf das Persönliche im Leben, im Wahljahr ziehen will – Lebenswelten, die leicht zugänglich sind und von jedem individuell gefüllt werden können – Stimmenmaximierung par exellence. Und wenn das nicht aufgehen sollte, dann bleibt noch immer die wütige Internetcommunity, die dieses Lied bis ins letzte Detail paradorien wird und es einige Tage präsent halten wird. Aber auch die seriöseren Medien, die über die geschmacklose Art des Wahlkampfes berichten können, ohne sich wirklich mit den Inhalten auseinander setzten zu müssen, werden ihren Gefallen daran finden. Für mich als Bloggerin fällt auch noch etwas ab und zwar meine Ohren.

Das Lied ist gelungen und spiegelt die CDU perfekt wieder: reaktionär, inhaltslos, dumm.

 

Hier für euch Musikhasser der steuerfinanzierte download „An jedem neuen Tag“ in verschiedensten Versionen vom, wie die CDU betitelt, renommierten Musikproduzent Leslie Mandoki. In diesem Artikel von netztpolitik.org findet ihr weitere Informationen über die Dimensionen von Wahlkampfmusik.

Schneller als erwartet in Riesa: Feine Sahne Fischfilet hält Versprechen

Feine Sahne statt braune Soße
Feine Sahne > Braune Soße

Wer hätte gedacht, dass unsere antifaschistischen Freunde von Feine Sahne Fischfilet schon am letzten Wochenende den langen Weg nach Riesa auf sich nehmen würden, nachdem ihr geplantes Konzert auf dem Stadtfest durch die Stadtverwaltung dank vorheriger NPD Hetze abgesagt wurde.

Die Band tummelte sich am Sonntag selbstbewusst unter die Besucherinnen des betont unpolitischen Riesa Stadtfestes – oder war es doch eher das unpolitische Meet and Greet der NPD Funktionäre? Anders lässt sich wohl kaum erklären, wie sie die weniger erfreuliche Begegnung mit dem seit November 2011 Bundesvorsitzenden der rechtsextremen NPD Holger Apfel machen durften.

Zum Glück konnten nicht nur Feine Sahne Fischfilet durch ihre Anwesenheit einen Gegenpol zu der rechten Gemütlichkeit in Riesa setzen und ließen Holger die Gesichtszüge eintgleisen. Auch schon am Freitag zeigten sich die Bandmitglieder von Care Killed My Cat solidarisch und trugen T-Shirts von Feine Sahne Fischfilet, während sie als ihren Auftaktsong das Lied „Mit dir“ coverten.

Care Killed My Cat solidarisieren sich
Care Killed My Cat solidarisieren sich

Wir können beruhigt verlauten, dass Feine Sahne Fischfliet den Ausflug gut überstanden haben und bald einen ganz offiziellen Besuch planen.

Dass diese harmlosen NPD Funktionäre ganz weit entfernt von Harmlosigkeit sind, lässt sich im aktuellen Artikel von Spiegel online nachlesen. Es wurden der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Tino Müller, 35, der auch im Landesvorstand von Mecklenburg Vorpommern der rechtsextremen Partei ist, Müllers Bruder Marko, ebenfalls Mitglied des NPD-Landesvorstands und Mitarbeiter der Landtagsfraktion, sowie der Kreistagsabgeordnete Norman Runge und der Stadtverordnete Daniel Ohm angezeigt, wegen eines vermummten Schlagstockangriffes auf ein Wohnhaus in Greifswald.

AKTUELL: Hetze gegen Roma in Duisburg

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Roma = -Lebensrecht

Das sogenannte „Problemhaus“ in den Peschen 3-5 in der kreisfreien Stadt Duisburg in Nordrhein-Westfalen steht schon seit längerer Zeit unter kritischer Beobachtung der Öffentlichkeit. Einseitige Berichterstattung lokaler Medien tragen zur Verschärfung der Situation bei. Schon beängstigend schnell können geistige Parallelen zu der Menschenhetze  vom August 1992 in Rostock-Lichtenhagen gezogen werden.

Auch auf den Social Media Kanälen darf die moderne Hetze nicht fehlen und so läd die Facebook-like-Seite Freizeitrassisten über Spießbürger bis professionelle Vollpfosten dazu ein, sich die eigene Unzufriedenheit durch Morddrohungen gegen unbekannte Mitmenschen ein wenig Luft zu machen. Abscheulich finden wir das. Sie gehören – für ihr kleinstes Übel – angezeigt und verurteilt!

Wenn die Macht zu Kopfe steigt.

Macht = -Empathie

Der Neurologe Sukhvinder Obhi untersuchte in einer Studie, wie sich eine höhere soziale Stellung negativ auf unser Einfühlungsvermögen auswirken könnte. Seine Ergebnisse beweisen, dass schon der kleinste Machtgewinn zu einer Abnahme der Empathie führen kann.

Obhi und seine Kolleginnen erzeugten bei zufällig ausgewählten Probanden ein Gefühl der Macht oder der Machtlosigkeit. So verfasste die bemächtigte Gruppe einen Tagebucheintrag über eine Situation in der sie anderen Menschen helfen konnten. Die machtlose Gruppe beschrieb parallel dazu ein Ereignis, das sie dazu anhielt auf die Hilfe Anderer angewiesen zu sein. Daraufhin wurde beiden Gruppen ein simples Video gezeigt, dass eine Hand illustrierte, die einen Gummiball immer wieder zusammen quetschte. Die Wissenschaftler guckten sich während der Vorstellungen das sogenannte Spiegelneuronensystem im Gehirn der Partizipanten an.

Die schlafenden Spiegelneuronen der Mächtigen

Das Spiegelneuronensystem wird sowohl beim realen Zusammen Quetschen des Balls, als auch beim Beobachten des selbigen aktiviert. Genauso wird es aktiviert, wenn wir uns eine Tasse Tee zubereiten, auf einem Pferd reiten oder eben andere dabei beobachten wie sie dies tun. Kurz gesagt, hilft es unser Gegenüber zu verstehen und ihre Beweggründe nachzufühlen – Empathie!

Das Ergebnis dieses Experiments zeigte eindeutig, dass die machtlose Gruppe ein höchst aktives Spiegelneuronensystem hatten, während die bemächtigte Gruppe kaum Aktivität in dieser Region aufwies.

Was heißt das nun für unsere Gesellschaftsstruktur? Ist unsere Gesellschaft nicht von Machtgefügen geprägt? Wenn die Mächtigen neurologisch gehandicapt sind, kann doch gar keine soziale Ungleichheit bekämpft werden, wenn der Blick dafür fehlt?

electronicwald stellt sich vor

electronicwald

Ein Wind weht durch den electronicwald. Bunte Blätter wirbeln spielerisch auf und ab und lassen die  Eindrücke verschwimmen. Unsere Gedanken reißen ab, verbinden sich neu, suchen einander und ordnen sich. Diese Momente sollen mehr Klarheit schaffen und nicht nur uns den Weg durch das Studium erleichtern. Soziologie ist eine Alltagserscheinung und wer sich für die Strukturen, die hinter unserer Gesellschaft stehen, interessiert, ist hier genau richtig.

Die nächste Böe bringt neue Eindrücke, bringt neue Wahrheiten. Das nächste Konzept ist verworfen.

Oft stecken wir zu sehr im Geschehen, dass wir unser Zusammenwirken gar nicht wahrnehmen. Hier werdet ihr jeden Sonntag einen neuen Artikel finden, der zu entschlüsseln  versucht.

Eure

electronicwald

Geld macht uns innerlich tot!

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Geld = -Glück

Zu bequem anzustehen? Warum mieten wir uns nicht einen professionellen Schlangesteher? Irgendwie eröffnet Geld doch eine unvorstellbare Anzahl von Türen, aber einige davon bleiben zum Glück weiterhin geschlossen.

In den letzten 30 Jahren wurde selten durch Mainstreammedien hinterfragt, ob unsere marktorientierete Wirtschaft, die ursprünglich zur Sicherung unserer aller Lebenswohl dienen sollte, doch schon so weit vorgedrungen sei, dass wir von einer „marktorientieren Gesellschaft“ sprechen könnten.

Michael Sandel, Professor für politische Philosophie an der Havard University, sieht große Gefahren für eine Gesellschaft, die sich durch Konsum, Marktwerte und hauptsächlich dem Tauschäquivalent Geld indentifiziert.

„This imperialistic ambition of economics reflects the utilitarian idea that all values can be reduced to utility or to money. The danger of this way of thinking is that it flattens the moral discourse and it fails to account for moral and civic goods that simply can’t be translated into monetary terms.“

Eine Freundschaft zum Mitnehmen, bitte!

Gut Herr Sandel, das lässt sich noch ein wenig anschaulicher darstellen oder? Wenn wir uns die Institution Freundschaft als Beispiel heranziehen, wird die Verbindung zwischen Moralvorstellungen und Geld schnell klar. Einen gekauften Freund kann ich mir zu mindestens sehr schwer vorstellen – Freundschaft scheint etwas zu sein, was nicht monetär bewertet werden kann. Doch genau dort besteht die Gefahr der Ökonomisierung unserer sozialen Sphäre, wenn wir beginnen Freundschaften monetär aufzuwiegen.

Um einen Überblick über die aktuelle Diskussion zubekommen, empfehle ich den Vortrag von Michael Sandel über sein Buch „What money can’t buy“.

Hier zum amerikanischen Vice Artikel: Geld macht uns innerlich tot!

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