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[Soziologie] und [Lebenswelten] im [Wirrwarr] entschlüsselt

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Soziologie

Geld macht uns innerlich tot!

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Geld = -Glück

Zu bequem anzustehen? Warum mieten wir uns nicht einen professionellen Schlangesteher? Irgendwie eröffnet Geld doch eine unvorstellbare Anzahl von Türen, aber einige davon bleiben zum Glück weiterhin geschlossen.

In den letzten 30 Jahren wurde selten durch Mainstreammedien hinterfragt, ob unsere marktorientierete Wirtschaft, die ursprünglich zur Sicherung unserer aller Lebenswohl dienen sollte, doch schon so weit vorgedrungen sei, dass wir von einer „marktorientieren Gesellschaft“ sprechen könnten.

Michael Sandel, Professor für politische Philosophie an der Havard University, sieht große Gefahren für eine Gesellschaft, die sich durch Konsum, Marktwerte und hauptsächlich dem Tauschäquivalent Geld indentifiziert.

„This imperialistic ambition of economics reflects the utilitarian idea that all values can be reduced to utility or to money. The danger of this way of thinking is that it flattens the moral discourse and it fails to account for moral and civic goods that simply can’t be translated into monetary terms.“

Eine Freundschaft zum Mitnehmen, bitte!

Gut Herr Sandel, das lässt sich noch ein wenig anschaulicher darstellen oder? Wenn wir uns die Institution Freundschaft als Beispiel heranziehen, wird die Verbindung zwischen Moralvorstellungen und Geld schnell klar. Einen gekauften Freund kann ich mir zu mindestens sehr schwer vorstellen – Freundschaft scheint etwas zu sein, was nicht monetär bewertet werden kann. Doch genau dort besteht die Gefahr der Ökonomisierung unserer sozialen Sphäre, wenn wir beginnen Freundschaften monetär aufzuwiegen.

Um einen Überblick über die aktuelle Diskussion zubekommen, empfehle ich den Vortrag von Michael Sandel über sein Buch „What money can’t buy“.

Hier zum amerikanischen Vice Artikel: Geld macht uns innerlich tot!

Zitat: Rousseau zu Eigentum

Rousseau = Antieigentum

„Der erste, welcher ein Stück Landes umzäunte, sich in den Sinn
kommen ließ zu sagen: dieses ist mein, und einfältige Leute antraf, die es ihm
glaubten, der war der wahre Stifter der bürgerlichen Gesellschaft. Wie viel Laster,
wie viel Krieg, wie viel Mord, Elend und Gräuel hätte einer nicht verhüten können,
der die Pfähle ausgerissen, den Graben verschüttet und den Mitmenschen
zugerufen hätte: ‚Glaubt diesem Betrüger nicht; ihr seid verloren, wenn ihr vergesst,
dass die Früchte euch allen, der Boden aber niemandem gehört’.“ (Rousseau
1981 [1754]: 93).

Hradil – Pluralisierung der Lebensformen

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